hppyppl

Strukturierte Interviews im Recruiting

Starten wir mit einem kleinen Gedankenspiel: Stell dir vor, du möchtest eine Stelle besetzen. Die Bewerbungen stapeln sich und während du durch die Lebensläufe blätterst, bemerkst du vielleicht, wie du einige Profile anderen vorziehst und gedanklich schon einige Favorit:innen hast. Hand aufs Herz: Kannst du immer begründen, warum, oder ist es vielmehr einfach ein Gefühl, das sich eingestellt hat?

Wir alle kennen die Art von Bauchgefühl, die uns in eine Richtung zieht. Die uns sagt “Das ist das Perfect Match!” oder auch “Irgendwie passt es nicht.”. Genauso wissen wir eben auch, dass das Bauchgefühl von persönlichen Vorlieben und unbewussten Vorurteilen geprägt sein kann und somit kein verlässliches Entscheidungskriterium für oder gegen eine:n Kandidat:in ist. Auch wenn der Recruiting Prozess von subjektiven Eindrücken geprägt ist, sind wir als HR’ler, People & Culture Specialists, Talent Acquisition Manager:innen etc. in der Verantwortung, diesen so objektiv wie möglich zu gestalten. Strukturierte Interviews im Bewerbungsprozess bilden dabei einen verlässlichen Kompass, um sicherzustellen, dass sowohl die Bewerber:innen für uns, als auch wir für die Bewerber:innen ein passendes Match sind. 

Warum sind strukturierte Interviews nicht nur sinnvoll, sondern wichtig?

Beim strukturierten Interview im Recruiting wird der Ablauf und Inhalt eines Gesprächs für jede zu besetzende Stelle bereits vorab festgelegt. Vordefinierte Fragen und Bewertungskriterien helfen uns dabei, alle Kandidat:innen unter gleichen Voraussetzungen kennenzulernen und ihre Eignung zu prüfen. Damit sorgen wir für Fairness und größtmögliche Objektivität bei der Auswahl von potenziellen Teammitglieder. Ein strukturierter Leitfaden sorgt zudem dafür, dass wir uns auf diejenigen Informationen konzentrieren können, die für die Rekrutierung einer Position wichtig sind: die Hard Skills und Human Skills unserer Bewerber:innen. Damit können die Aspekte, die für die Position unwichtig sind, in den Hintergrund rücken. Und auch die Kandidat:innen lernen beim Interview einiges über uns, z. B. welche Aspekte für die Stelle besonders wichtig sind oder wie unser Unternehmen kulturell tickt. Daher sorgen wir mit strukturierten Interviews auch dafür, dass alle wichtigen Informationen für alle Bewerber:innen gleichermaßen verfügbar sind. Win-win für alle!

Wie setze ich strukturierte Interviews auf?

Die Struktur für Recruiting-Interviews kann dabei ganz individuell ausfallen - je nachdem, wie es sich für euch am passendsten anfühlt. Hier gibts einen kleinen Einblick in die Struktur unserer Bewerbungsgespräche bei hppyppl:

Welcome @hppyppl!

  • Bei virtuellen Interviews: Hören und sehen wir uns alle gut?
  • Wer sind wir? Was machen wir bei hppyppl? Was ist unsere Rolle heute im Gespräch?
  • Was ist der Plan für das heutige Interview? Wieviel Zeit planen wir ein? Wann gibt es die Möglichkeit für Bewerber:innen, Rückfragen zu stellen?

Interviewteil

  • Hard Skills: In diesem Teil des Gesprächs haben wir Fragen vorbereitet, durch die wir mehr über die fachliche Eignung der Bewerber:innen erfahren möchten.
  • Human Skills: Hierbei geht es um Soft Skills, wie z. B. Organisationstalent, Zeitmanagement, Kreativität oder Tech-Know-How
  • Cultural Fit: Hier möchten wir die Wünsche und Erwartungen der Bewerber:innen, z. B. bezogen auf Arbeitsweisen, oder auch ihre Wertvorstellungen kennenlernen.

Rahmenbedingungen

  • Was sind die Rahmenbedingungen für diese Stelle? z. B. Arbeitsmodell, Homeoffice-Tage, Präsenz-Tage etc. An dieser Stelle steht natürlich auch die Gehaltsfrage im Raum, die wir gerne transparent besprechen.

  • Passen unsere Rahmenbedingungen für unsere Kandidat:innen? Falls nein, was brauchen sie von uns, um es passend zu machen?

Fragerunde

  • Hier dürfen unsere Bewerber:innen uns mit Fragen löchern. Dieser Teil des Gespräches ist nicht zu unterschätzen, da sich die Dynamik verändert und unsere Bewerber:innen das Ruder übernehmen dürfen. Wir erfahren hier noch mehr über ihre Ziele, Wünsche, Werte und Arbeitsweise. Genauso können wir Bewerber:innen hier Einblicke in unseren Arbeitsalltag geben und sie mit noch mehr spannenden Infos versorgen. 

  • Gleichzeitig wiegen wir hier einen kleinen Nachteil des strukturierten Interviews auf, es kann nämlich ein natürliches Gespräch entstehen!

Abschluss

  • Zum Abschluss des Gespräches geben wir den Bewerber:innen einen Einblick in den weiteren Prozess, gemeinsam mit einer konkreten Info, wann sie mit einer Rückmeldung von uns rechnen können. Gleichzeitig fordern wir sie auch immer gerne auf, selbst noch einmal “eine Nacht drüber zu schlafen” und uns am nächsten Tag Feedback zu geben, wie es ihnen nach dem Gespräch ergangen ist. Schließlich möchten nicht nur wir ein neues Teammitglied, sondern die Kandidat:innen auch ein neues Team finden.

Fazit & abschließende Gedanken

Wir halten fest: Strukturierte Interviews sind für uns ein Must-Have im Recruiting. Idealerweise basieren sie dabei auf einem Anforderungsprofil für die entsprechende Stelle, was wir zuvor gemeinsam definiert haben. Mehr dazu gibts übrigens hier. Wem strukturierte Interviews zu starr erscheinen, der/die kann auf halbstrukturierte Interviews zurückgreifen, bei denen kleine Abweichungen vom Rahmen möglich sind.

Du möchtest Unterstützung beim Aufbau deines Recruiting-Prozesses? Du weißt nicht genau, wo du anfangen sollst? Dann stell’ doch gerne hier eine Anfrage. Wir freuen uns darauf, dich mit der hppyppl power unterstützen zu dürfen.

DU WILLST UP TO DATE BLEIBEN? HOL DIR UNSEREN NEWSLETTER!

1x im Monat spannende & inspirierende News rund um das Thema "Menschen, Führung & Organisationen". Melde dich zu unserem ultimativen HR-Newsletter an, um Hacks, Tipps & News rund um das Thema smartes Peoplemanagement zu erhalten.