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Generationen am Arbeitsplatz: Mythos oder Realität?

In der Arbeitswelt wird oft diskutiert, ob unterschiedliche Generationen auch unterschiedliche Arbeitseinstellungen und -stile haben. Die gängige Meinung scheint hier zu sein, dass sich die Generationen in diesen Bereichen unterscheiden. Aber hält diese Annahme auch einer wissenschaftlichen Überprüfung stand?

Die Generationen-Hypothese auf dem Prüfstand

Die Generationen-Hypothese behauptet, dass signifikante Unterschiede in der Arbeitsmotivation zwischen den Generationen existieren. Diese Annahme führt dazu, dass wir oft versuchen, Arbeitsstile und -einstellungen auf Basis der Generationszugehörigkeit zu erklären. Doch neuere Forschungen stellen diese Hypothese in Frage.

Eine umfangreiche Studie (“Work Motivation Is Not Generational but Depends on Age and Period”, Martin Schröder, 2023) mit Daten von über 584.217 Personen aus 113 Ländern über mehr als 30 Jahre zeigte, dass die Arbeitsmotivation eher von der Lebensphase eines Individuums als von seiner Generationszugehörigkeit abhängt. Die Bedeutung der Arbeit nimmt zunächst mit dem Alter zu, erreicht um das 40. Lebensjahr ihren Höhepunkt und nimmt danach wieder ab. Diese Ergebnisse unterstützen die Lebenslauf-Hypothese, welche besagt, dass die Einstellungen zur Arbeit mehr durch das Alter und die damit verbundenen Lebensphasen als durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Generation beeinflusst werden.

Geringfügige Generationenunterschiede

Obwohl es stimmt, dass jede Generation ihre eigenen Nuancen hat – wie eine minimal höhere Wertschätzung für Umweltschutz bei den jüngsten Kohorten oder ein leicht gesunkenes Interesse an beruflichem Erfolg bei den Babyboomern (1946-1964 geborenen) – sind diese Unterschiede oft sehr gering. Studien zeigen, dass Effekte des Zeitgeschehens, also Veränderungen, die alle Menschen unabhängig von ihrer Generation betreffen, einen weitaus größeren Einfluss auf die Arbeitsmotivation haben. Diese gemeinsamen Veränderungen sind etwa zehnmal bedeutender als die feinen Unterschiede zwischen den Generationen.

Fazit

Die Vorstellung, dass jede Generation eine signifikant andere Einstellung zur Arbeit hat, ist eine Vereinfachung, die nicht der Realität entspricht. Während es leichte Unterschiede gibt, sind die gemeinsamen Erfahrungen und Veränderungen innerhalb der historischen Perioden viel ausschlaggebender. Für Arbeitgeber und HR-Manager ist es wichtig, diese Erkenntnisse zu berücksichtigen, um effektive und inklusive Arbeitsumgebungen zu schaffen, die nicht auf überholten Stereotypen basieren. Letztlich sind es die individuellen Lebenswege und -erfahrungen, die unsere Einstellungen prägen – weit mehr als das Jahrzehnt unserer Geburt.

HR-Experten: Was bedeutet das konkret?

  • Denkt weniger in Generationen und mehr in Individuen.

  • Flexibilität zeigen: Passt euch und eure Teams an unterschiedliche Bedürfnisse an.

  • Nutzt die vielfältigen und individuellen Erfahrungen und Sichtweisen für gemeinsame Ziele.

Welche Erfahrungen habt ihr dazu in eurem Unternehmen gemacht?

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