Die Psychologie von Teams – Verstehe dein Team & befähige es zu Höchstleistungen!


Teamarbeit wird heute großgeschrieben. Teams sind die Einheit, in der wir denken, wenn es um Organisationen und Unternehmen geht. Ein Großteil unserer Arbeit findet in Teams statt und oft steht und fällt nicht nur der Erfolg, sondern auch der Spaß an der Arbeit mit dem richtigen Team. Denn Teamarbeit ist anspruchsvoll. So schön es ist, Teil eines produktiven, sich gegenseitig motivierenden Team zu sein, so demotivierend und unproduktiv kann es sein, in einem dysfunktionalen Team zu arbeiten. 

Unter einem Team wird eine Gruppe von Menschen verstanden, die gemeinsame Ziele verfolgen, dafür arbeitsteilig an Aufgaben zusammenarbeiten und gemeinsam ihre Arbeitsabläufe koordinieren. Wie aus einer Gruppe von Menschen aber ein Team wird, was die Potenziale und Tücken von Teamarbeit sind und was gute Arbeit im Team erst möglich macht, das wollen wir uns genauer anschauen.

Verschiedene Phasen der Teamentwicklung – Die Teamuhr

Wenn sich ein neues Team bildet, beispielsweise für ein neues Projekt, dann sind diese Menschen nicht von jetzt auf gleich ein funktionales Team. Teambildung braucht seine Zeit und durchläuft mehrere Phasen bis die Zusammenarbeit produktiv ist.

Bruce Tuckman hat ein Modell entwickelt, dass den Prozess der Teamentwicklung anschaulich darstellt.



Forming

Das Kennenlernen steht im Vordergrund. Der Umgang ist daher vorsichtig und höflich.

Storming

Die Teammitglieder kommen sich näher und merken mit wem sie können und mit wem eher nicht – es entsteht Reibung, positiv und negativ. Nachdem die anfängliche Motivation verpufft ist entstehen erste Konflikte. Diese werden statt auf einer sachlichen Ebene auf einer persönlichen Ebene ausgetragen.

Norming

Es bilden sich langsam Rollen, Prozesse und Regeln heraus. Es wird offen diskutiert und sich ausgetauscht, wodurch das Team deutlich lösungsorientierter miteinander interagiert.

Performing

Die entwickelten Spielregeln führen zu einem konstruktiven und wertschätzenden Umgang. Jetzt ist das Team leistungsfähig, eigenständig und effizient.

Auch wenn es in der Praxis natürlich auch Abweichungen von diesem Prozess gibt, hilft das Modell, Teamentwicklung besser zu verstehen. Und vor allem macht es deutlich: Teams brauchen ihre Zeit um sich und ihre Zusammenarbeit zu formen. Anfängliche Konflikte und Reibungen sind nicht nur nicht schädlich, sondern helfen diesem Prozess.

Gute Teamarbeit…

Schauen wir einmal genauer auf die Vorteile der Arbeit im Team. Teams haben das Potenzial, verschiedene Typen zu vereinen – Menschen mit verschiedenen Fachkompetenzen und Erfahrungsschätzen, unterschiedlichen Persönlichkeiten, aber auch mit verschiedenen Lebensrealitäten. Die Gesamtheit und das Zusammenspiel der vielen Perspektiven und Kompetenzen macht es möglich, fundierte Entscheidungen zu treffen. Dazu kommt, dass sich die Teammitglieder im besten Fall in ihren Stärken entfalten können, während ihre Schwächen durch die Stärken anderer Teammitglieder aufgefangen werden können. Genau deshalb sollten Teams divers sein – damit möglichst viele Perspektiven in die gemeinsame Arbeit einfließen und sich die Teammitglieder gegenseitig in ihren Stärken und Schwächen unterstützen können.

In einer Gruppe gleichgesinnter Menschen, die auf gemeinsame Ziele hinarbeiten und sich dabei gegenseitig unterstützen, wie es bei funktionalen Teams der Fall ist, wird zudem die Motivation der einzelnen Teammitglieder gestärkt. Das liegt einerseits an einem Verpflichtungsgefühl den anderen Teammitgliedern gegenüber, aber vor allem an dem Gefühl zu einem gemeinsamen Ziel beizutragen und damit “Purpose” zu haben.

Was braucht es für gute Teamarbeit?

Die positiven Aspekte guter Teamarbeit kommen jedoch nicht von allein. Es ist kein Selbstläufer den Austausch und die Zusammenarbeit im Team so zu gestalten, dass das volle Potenzial der einzelnen Teammitglieder ausgeschöpft werden kann und ein gemeinsamer “Purpose” vorhanden ist.

#1 Die richtige Kommunikation

Was ein richtig gutes Team von anderen unterscheidet ist häufig die richtige Kommunikation – solche, die Reibung und gegensätzliche Meinungen zulässt, aber wertschätzend ist. Denn richtig zu kommunizieren, also wertschätzend die eigene Meinung auszudrücken, konstruktiv Feedback zu geben und Konflikte zielorientiert auszutragen ist nicht einfach. Oftmals werden aus Angst vor Konfrontation und schlechter Stimmung Auseinandersetzungen gemieden, wodurch ein oberflächlicher und zu “freundlicher” Umgang miteinander entsteht. Das Problem dabei ist, dass dabei Konflikte unter der Oberfläche anfangen zu brodeln, sich Teammitglieder nicht wohlfühlen und erst die Zusammenarbeit gestört wird. Zudem kann ohne Austausch verschiedener Perspektiven nicht das volle Potenzial des Teams ausgeschöpft werden. 

#2 Rollen und Verantwortlichkeiten

Ein weiterer Punkt, der richtig gute Teams auszeichnet, ist das Wissen und vor allem der Austausch über die jeweiligen Rollen und Verantwortungen. Damit Teamarbeit so effizient und produktiv gestaltet werden kann, wie möglich, ist es wichtig, das “wie” der Zusammenarbeit zu thematisieren. Es sollte jeder und jedem Teammitglied klar sein, welche Rolle(n) er oder sie innehat, welche Prozesse im Team ablaufen und was der eigene Beitrag und die eigenen Verantwortlichkeiten dabei sind. Um das sicherzustellen, sind dedizierte Zeiten, in denen die Zusammenarbeit im Team reflektiert und Prozesse besprochen werden, und auch sonstige klare Kommunikationsstrukturen im Team wichtig.

#3 Die Voraussetzung: Psychologische Sicherheit

Für all diese Aspekte guter Teamarbeit gibt es eine grundlegende Voraussetzung: “Psychologische Sicherheit”. Laut Amy Edmondson, Autorin des Buchen “The Fearless Organization” handelt es sich dabei um „… das Wissen, dass man nicht bestraft oder gedemütigt wird, wenn man sich mit Fragen, Kommentaren, Bedenken oder Fehlern zu Wort meldet“. Bei Psychologischer Sicherheit geht es also grundlegend darum, ob die Teammitglieder das Gefühl haben, dass ihre Fragen und Ideen ernst genommen und besprochen werden. Es beschreibt eine gemeinsame offene Haltung, die eine Ebene des Vertrauens schafft, und ist damit in erster Linie eine Frage der Teamkultur. Das “Google Project Aristotle” hat herausgefunden, dass Psychologische Sicherheit der entscheidende Faktor ist, der erfolgreiche Teams auszeichnet.

Wir halten fest: Richtige gute Teamarbeit motiviert und schafft es im Besten Fall das gemeinsame Potenzial aller Teammitglieder freizusetzen. Richtig gute Teamarbeit will aber auch gelernt sein. Denn es gilt ein paar grundlegende Aspekte zu beachten um als Team erfolgreich zu sein. 

Du hast noch Fragen zu diesem Thema oder wünschst Dir Unterstützung bei der Gestaltung deiner Unternehmenskultur? Dann nimm doch Kontakt zu uns auf und wir unterstützen Dich dabei, das Beste aus Deiner Organisation zu holen!


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08 Oktober 2021 Allgemein hppyppl