Was genau macht ein Feel Good Manager eigentlich?


Foto von Austin Distel via Unsplash


„In Deutschland haben 15 % der Mitarbeiter eine hohe emotionale Bindung zum Arbeitgeber – die anderen 85 % fühlen eine geringe oder keine emotionale Bindung“

– Gallup Report 2018

Der Gallup Report misst jedes Jahr weltweit die Zufriedenheit von Mitarbeitern und ihre Bindung an den Arbeitgeber.

Wenn also nur die wenigsten Arbeitnehmer Spaß an ihrer Arbeit haben, sind die Verluste an Produktivität gravierend. Was sagt uns das? Eines ganz sicher: das Wohlbefinden der Mitarbeiter sollte viel ernster genommen werden. Kein Wunder, dass Trends wie das Feel Good Management immer mehr Anhänger finden.

Dieser stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten und wird dort vor allem in innovativen Tech-Unternehmen wie Google oder Facebook vorgelebt. Das Hauptaugenmerk der sogenannten „Feel Good Manager“ liegt dabei aber nicht etwa nur auf administrativen Themen in der Personalarbeit oder kostenlosen Wasserspendern, sondern meist, auf den ersten Blick, ganz banalen Dingen, wie für mehr Flexibilität in Sachen Arbeitszeiten zu sorgen, Firmenparties zu organisieren oder einfach ein offenes Ohr für die Probleme der Mitarbeiter zu haben.


Fakt ist, dass die Produktivität von Mitarbeitern um zwölf Prozent steigt, wenn sie glücklich sind, wie Forscher der Universität Warwick herausgefunden haben. Andere Studien kamen sogar auf eine Produktivitätssteigerung von bis zu 40 Prozent.


Des weiteren wird seit Jahren vor dem demographischen Wandel gewarnt, durch welchen bereits in einigen Branchen ein klarer Fachkräftemangel herrscht. Um diesen zu kompensieren, müssen Unternehmen umdenken. Gerade wenn es ums Employer Branding geht, kann ein erfolgreiches Wohlfühlmanagement dabei helfen, das Unternehmen auch nach außen hin attraktiver wirken zu lassen und somit neue Bewerber für sich zu gewinnen.

Gleichzeitig dürfen natürlich auch die bereits vorhandenen Mitarbeiter nicht vernachlässigt werden. Denn gerade in der heutigen recht hektischen und stressigen Arbeitswelt hat oft das Arbeitsklima, das allgemeine Wohlbefinden der Mitarbeiter und daraus resultierend: Auch das Image eines Unternehmens, schwer zu leiden. Jetzt fragst du dich vielleicht: Doch wie steigert man die Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter? Eins nach dem Anderen. Klären wir zu aller erst:



Was bedeutet dieses Feel Good Management überhaupt?

Feel Good Management – das klingt schon nach Wohlfühlatmosphäre. Diese bringen allerdings nur die Wenigstem sofort mit ihrem Arbeitsplatz in Verbindung. Immer weniger Arbeitnehmer sind bereit Arbeit zu erledigen, ohne sich dabei selbst gut oder wohl zu fühlen. Das soll ein funktionierendes System zur Verbesserung der Arbeitskonditionen ändern.


Zielsetzung ist also ganz klar: Bedingungen schaffen, unter denen sich Mitarbeiter maximal wohlfühlen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Unternehmen neue Wege einschlagen, denn nur so können sie den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt professionell begegnen und gerecht werden.



Der Feel Good Manager – mehr als nur ein Pausenclown

Viele denken dabei erstmals an jemanden, der pfeifend durchs Büro schlendert, den Mitarbeitern Obstkörbe bereitstellt und ihnen ein Bällebad baut. Aber nein – Das Aufgabenfeld eines Feel Good Managers ist in Wahrheit wesentlich komplexer und tiefgreifender, als viele meinen.

Dieser ist nämlich für viel mehr da, als nur die Mitarbeiter zu bespaßen! Er ist Kummerkasten, Motivator, Organisator, Ratgeber, Vermittler, Vertrauensperson und Betriebsrat in einem. Die Hauptaufgabe: Mitarbeiter glücklich machen.

Ein Feel Good Manager hat neutral und unabhängig zu arbeiten. Was bedeutet, dass er Mitarbeiter sowie Führungskräfte zugleich unterstützt. Dabei fungiert er als Sprachrohr für die Geschäftsleitung und bringt verschiedene Generationen und Kulturen zusammen. Somit arbeitet er prinzipiell mit allen Abteilungen zusammen und es entsteht jede Menge Abwechslung inklusive regelmäßigen neuen Herausforderungen.

Feel Good Manager hören zu, thematisieren und treiben voran. Sie sorgen für die Verbesserung der internen Kommunikation und der internen Arbeitsprozesse. Sie schaffen Gemeinschaftserlebnisse und stärken das Wir-Gefühl. Sie arbeiten mit innovativen Tools aus dem agilen Methoden-Baukasten und initiieren Lösungen, wenn Prozesse ins Stocken geraten.

Ein guter Feel Good Manager erkennt außerdem die verschiedenen Potenziale eines Angestellten und schafft eine Arbeitsumgebung, in der er diese entfalten kann. Der Mitarbeiter muss darin bestärkt werden, seine Talente und Ideen einzubringen um selbst etwas verändern zu können.


Du hättest gerne eine Zusammentragung aller Aufgaben eines Feel Good Managers? So eine findest du hier – oder am Ende dieses Artikels.



Voraussetzungen an den Feel Good Manager

Als Feel Good Manager sollte man unbedingt einige Persönlichkeitsbausteine mitbringen. Dazu gehören beispielsweise Selbstachtung, Empathie-, Mediations- und Moderationsfähigkeiten, Humor, Motivation- und Begeisterungsfähigkeit sowie gute Sozial- und Kommunikationskompetenzen, da die direkte Zusammenarbeit mit den einzelnen Mitarbeitern im Mittelpunkt steht.

Außerdem werden Konfliktkompetenz und eine gesunde Portion Selbstreflexion sowie Wissen über Entspannungsmethoden und Kommunikationstechniken benötigt.

Feel Good Management ist eine Frage der Mitarbeiterbindung, daher ist es unter anderem die Aufgabe des Feeld Good Managers, Maßnahmen rund um folgende Themen entwickeln:

Stressmanagement, Persönlichkeitsentwicklung, Ernährung und Fitness



Ziele des Feel Good Managements

Nicht nur die Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit soll gestärkt oder erhöht werden, auch andere wesentliche Ziele gehören zum Feel Good Management dazu. Unter anderem soll Anerkennung und Wertschätzung bei Mitarbeiter geschaffen werden, dies trägt dazu bei, eine positive Unternehmenskultur zu schaffen. Des weiteren soll natürlich auch die physische Gesundheit der Belegschaft nicht zu kurz kommen. Alles in allem führt dies zur Leistungserhöhung der Mitarbeiter was sich positiv auf die gesamte Performance des Unternehmens auswirkt.

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen bieten sich jede Menge Maßnahmen an. Wichtig ist es, herauszufinden welche Maßnahmen sich individuell für das eigene Unternehmen und Mitarbeiter eignen. Hier ein paar Ideen und Anreize:




Fazit

Offensichtlich gibt es viele verschiedene Ansätze wenn es um betriebliches Feel Good Management geht. Das wichtigste ist jedoch, dass das Wohl der Mitarbeiter zur Priorität wird und dies fest in der Unternehemenskultur verankert wird. Denn Veränderung muss immer von oben vorgelebt werden.

Und nicht vergessen: Es muss nicht immer sofort DIE perfekte Lösung gefunden werden. Manchmal genügen auch Kompromisse: Die meisten Mitarbeiter werden sich bereits damit glücklich schätzen, dass ihr Arbeitgeber sich Mühe gibt. Immerhin fühlen wir uns wertgeschätzt, wenn unsere Probleme ernst genommen werden.
Doch welche Gute-Laune-Lösungen genau passen, muss jedes Unternehmen selbst im Dialog mit den Mitarbeitern herausfinden. Genau dafür ist der Feel Good Manager da: Um maßgeschneiderte Lösungen zu finden, die zum jeweiligen Unternehmen passen.

Und ja: Lachen ist wirklich Gesund

Eine passende Checkliste zum Thema Feel Good Management findest du jetzt im Downloadbereich unserer Website.



21 Februar 2020 Allgemein hppyppl