Top 5 Gesprächstechniken für erfolgreiche Mitarbeitergespräche




Ich habe über die letzten 13 Jahre als Führungskraft zahlreiche Mitarbeitergespräche geführt. „Wer fragt der führt.“ ist, bei richtiger Dosis (und wertschätzender innerer Haltung) eine absolut mächtige Herangehensweise. Auch wenn es manchmal durchaus angebracht ist, als Führungskraft selbst Feedback zu geben, ohne um den heißen Brei herum zu fragen.

Wie ich eben schon schrieb, ist dabei die Haltung ein wichtiges Element für erfolgreiche Gesprächsführung. Ich gehe mit folgenden Grundannahmen in jedes Gespräch:

1. Es gibt keine Probleme, nur Situationen.

2. Feedback zu verheimlichen beschützt mein Gegenüber nicht, sondern entmündigt.

3. Mein Gegenüber tut immer nur etwas FÜR sich, niemals gegen MICH.

Hier meine Top 5 Techniken, die ich üblicherweise gerne in Mitarbeitergesprächen anwende, um 1. die Motivation der Handlungen der Mitarbeiter zu erfahren und 2. neue Denkmuster bei ihnen anzustoßen.

1. ZIRKULÄRES FRAGEN: Damit beleuchten wir gemeinsam, wie das eigene Verhalten auf andere wohl wirkt z.B.: ,,Was glaubst du, wie erleben deine Kunden (alt. Kollegen, Vorgesetzten, Freunde, Familie) die Situation?“

2. CHUNKEN: Chunk-up Fragen, die zeitliche Perspektiven einbringen. z.B.: ,,Wie wirst du in 5, 10, Jahren oder als Rentner darüber sprechen?“, weitere Beteiligte oder auch neue Umweltperspektiven fokussieren, während Chunk-down Fragen die Situation zeitlich begrenzen z.B.: ,,In welchen Situationen/ zu welchen Tageszeiten genau erlebst du eine besondere Belastung?“ , hinter die generalisierte Handlung blicken.

3. IMPLIZITE REGELN AUFDECKEN: Hierbei geht es darum, hinter die offiziellen Regeln zu schauen und herauszufinden, an welchen impliziten Regeln sich mein Gegenüber orientert. So z.B.: ,,Wie lauten deine persönlichen Regeln für eine bestimmte Situation? Was denkst du darüber? Welche Regel sollten wir deiner Meinung nach über Bord werfen?“

4. RESSOURCEN AKTIVIEREN & FOKUSSIEREN: Den Satz mit ,,Du als erwachsene, intelligente Frau/ Mann.“ anzufangen, erinnert meinen Gegenüber daran, dass der/diejenige schon viele schwierige Situationen im Leben gemeistert hat und nun garnicht mehr so hilflos ist. Ein Fokussieren auf den eigenen Wirkungskreis erreiche ich mit der Frage: ,,Wir können Andere nicht ändern, nur uns selbst. Was kannst DU also tun, damit die Situation morgen besser für dich ist?“.

5. WUNDERFRAGE: Hilft uns im Gespräch die genauen Ziele zu beschreiben und aus der Problemfokussierung in die Lösungsorientierung zu kommen: ,,Stelle dir vor, du wachest morgen früh auf und ich habe dein Problem magischerweise weggezaubert. Woran würdest du als erstes bemerken, dass es nicht mehr da ist? ….

Zuerst erschienen auf LinkedIn am 14.05.2020