Recruiting Erkenntnisse: Drei Dinge, die jeder, der rekrutiert, beachten sollte


Recruiting heute ist mehr als warten auf Bewerbungen, denn die guten Bewerber stehen nicht mehr Schlange vor den großen und kleinen Unternehmen. Vielmehr ist der Markt sehr rar geworden & die Attitüde zur Arbeit hat sich in der heutigen Generation grundlegend geändert. Die Arbeit wird als wichtiger Bestandteil des Lebens betrachtet, ist sinnvoll und bereichernd für die Arbeitenden & keinesfalls nur zum Geldverdienen gedacht. 

Die neue Arbeitergeneration ist in Wirklichkeit keine Arbeitergeneration, sondern vielmehr eine Generation voller Berufener zur Berufung. Und genau deswegen ist es wichtig beim Recruiting auf ein paar Details zu achten, die eine Absprungrate der heißgeliebten “Highpotentials” verringern. 

Betrachten wir uns die Candidate Journey, so gibt es drei wichtige Stellschrauben, an denen jeder Recruiter positive Änderung vornehmen kann. 

#1 Speed is everything

Versetzt man sich in die Lage des Bewerbers* (und das sollte jeder Recruiter/ Manager tun können), dann merkt man schnell, dass Geschwindigkeit als Qualitätsmerkmal für einen gewissenhaften Arbeitgeber wahrgenommen wird. Der Bewerber setzt sich mit dem Unternehmen und der Stelle (meist sorgfältig) auseinander, daraufhin nimmt er sich Zeit um eine gründliche Bewerbung zu verfassen und sie schließlich frohen Mutes abzusenden. Was überkommt jeden von uns, wenn er auf “Senden” gedrückt hat? UNGEDULD.

Das Warten auf eine Antwort aus dem Unternehmen, für was man so gerne arbeiten möchte, wird zur Geduldsprobe und hat häufig eine Umorientierung des Bewerbers zur Folge, wenn die Antwort auf sich warten lässt. 

Folglich Erkenntnis #1: Ein Bewerber sollte in den ersten 48 Stunden eine Antwort vom Unternehmen erhalten, und sei es nur eine automatisierte Eingangsbestätigung. Danach sollte es weniger als zwei Wochen dauern um den nächsten Schritt folgen zu lassen, oder eine Absage zu senden. In keinem Fall länger. 

#2 Know your Customer, know your Candidate

Begeben wir uns wieder in die Perspektive des Bewerbers: Er hat sich ausgiebig auf ein erstes Interview vorbereitet und sich dabei tief in das Unternehmen, die Produkte und dessen Philosophie eingearbeitet. Er kommt vorbereitet, und dies erwartet er ebenfalls von seinem Gegenüber. Alles andere wird als wenig wertschätzend gedeutet und ein schlechter erster Eindruck kann das Aus für das Unternehmen im Kampf um Talente bedeuten. 

Folglich Erkenntnis #2: Um einen möglichst professionellen Eindruck zu hinterlassen, sollte der Recruiter den Lebenslauf kennen und diesen auch auf Passung geprüft haben. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um ein erstes Telefoninterview oder ein persönliches Kennenlernen handelt. Auch am Telefon fällt es auf, wenn Fragen gestellt werden, die sich aus der Bewerbung beantworten lassenoder der Recruiter schlichtweg nicht vorbereitet ist. 

Im besten Fall gibt es einen strukturierten Bewerbungsprozess und ein teilstrukturiertes Interviewverfahren, bei dem der Recruiter sich seiner Todos bewusst ist. Eine Checkliste & ein Interviewleitfaden können dabei sehr hilfreich sein. 

#3 Say no, but stay nice

Auch hier hilft es, wieder die Bewerberperspektive einzunehmen. Im besten Fall gibt es eine Passung zwischen Bewerber und Unternehmen und eine rasche Zusage folgt. Aber was man ebenfalls bedenken sollte, die Beweber, die eine Absage erhalten, sind möglicherweise Multiplikatoren für die Arbeitgebermarke des Unternehmens und somit ebenso wichtig. 

Folglich Erkenntnis #3: Absagen sollten, genauso wie Zusagen, gut durchdacht, individuell formuliert und zeitnah versendet werden. Je schneller und klarer dies geschieht, desto fairer wird der Bewerbungsprozess wahrgenommen und das widerrum führt dazu, dass das Unternehmen (trotz Absage) positiver bewertet wird. 

Sollten noch Fragen bzgl strukturierten Bewerbungsprozessen, Personalauswahl im Allgemeinen oder modernen Recrutingstrategien offen sein, freuen wir uns immer über persönliche Nachrichten!

* um den Lesefluss nicht zu stören, haben wir uns hier auf eine Geschlechtsformulierung festgelegt, jedoch sei betont, dass dies nur der Leserlichkeit dient.

Zuerst erschienen bei LinkedIn am 14.10.2019