HR in Startups – Warum Gründer:innen oft wegen Personalthemen straucheln


Ein Startup zu gründen kann ein ziemliches Abenteuer sein. Sich selbständig zu machen, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen, und vielleicht das ganz große Ding zu erschaffen, davon träumen viele. Doch ganz so easy peasy lemon squeezy ist so eine Gründung oft nicht (manchmal eher so stressy depressy lemon zesty). Und dann kommt da plötzlich auch noch diese Personalverantwortung mit all ihren Aufgaben. Wir haben für euch gesammelt: wo dabei die Gefahren lauern, was man als Gründer:in rund um das Thema Personal beachten sollte, und wovon man vielleicht besser die Finger lässt.

Oft fängt es klein und gemütlich an. Zu zweit mit einer Idee, man trifft sich bei jemandem in der Küche oder im Co-Working Space und zack! hat man plötzlich 12 Mitarbeiter:innen und ein eigenes Büro in Berlin Mitte. Dabei wird häufig unterschätzt, was Personalarbeit alles beinhaltet und welchen Einfluss gutes oder schlechtes Personalmanagement von Anfang an haben kann. HR braucht man im Startup nicht? Von der Personalplanung über Rekrutierung, Personalführung und die Personalentwicklung – HR Management ist so viel mehr, als die Schwägerin der Mitgründerin einzustellen, weil sie gerade das IT-Studium abgeschlossen hat und einen Job sucht. Das Personal ist der Kern eines jeden Unternehmens, ohne Mitarbeiter:innen läuft nunmal nichts. Und wer wachsen und erfolgreich sein möchte, der muss nicht nur im Business, sondern auch beim Personal die richtigen Entscheidungen treffen. Aber wie macht man das? Und was sollte man beachten? Wir haben hier ein paar Tipps für euch:


1. Eigne dir HR Know-How an

Personal kann jeder aus dem Handgelenk? Das kann vielleicht mal eine Weile gut gehen, kann aber auch in die Hose gehen. Spätestens ab einer gewissen Größe fallen da ziemlich viele Aufgaben an, seien es Stellenausschreibungen auf den richtigen Plattformen, Mitarbeitergespräche, Zeugnisse, Trainings aber auch arbeitsrechtliche Themen, wie Verträge oder gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilungen. Als Gründer:in hast du sowieso schon eine ganze Menge Aufgaben und Verantwortung zu tragen und „nebenbei“ HR aus dem Bauch heraus zu machen, kann schnell zur Last werden. Eigne dir zumindest ein paar HR-Basics an, besuche einen Grundlagen-Workshop zu HR Themen oder schaue nach Literatur zu dem Thema. So bekommst du einen ersten Einblick in die Personalthemen, kannst dich besser strukturieren und wirst nicht plötzlich von Aufgaben überrascht.


2. Die Freundin des Nachbars der Schwester meines Hundesitters…

Am Anfang soll das Team möglichst schnell und einfach zusammengestellt werden, um ein erstes Produkt zu entwickeln. Klar…da greift man schnell auf Freunde, Verwandte oder Bekannte zurück, mit denen man sich gut versteht und die sich im gefragten Bereich auskennen. Aber was ist, wenn es im Team oder privat mal kracht? Möchte man dann die Beziehung oder das Unternehmen gefährden? Überlege dir also, ob du das Risiko eingehen möchtest, oder ob sich nicht auch auf anderen Wegen Personal finden lässt.


3. Es wächst und wächst und wächst…

Dein Startup schlägt plötzlich wie eine Bombe ein, ihr bekommt mehr Kunden, mehr Aufträge und braucht damit auch dringend mehr Personal. Spätestens an dieser Stelle reicht es meist nicht mehr, sich mit Praktikant:innen auszustatten oder einfach irgendwen einzustellen. Strategische Personalplanung ist gefragt, wenn ihr euren ersten Erfolg weiter ausbauen möchtet. Hier ist auch eine längerfristige Planung nötig: Wie groß soll das Unternehmen in der nächsten Zeit werden? Braucht man Mitarbeiter:innen mit Führungskompetenzen? In welchen Bereichen wird auf längere Sicht Personal benötigt? Und mit welchem Stundenumfang? Strategische Personalplanung erfordert im nächsten Schritt einen objektiven Rekrutingprozess, eine genaue Stellenbeschreibung und ein passendes Skillprofil. Wenn ihr erfolgreich sein wollt, dann spart nicht am falschen Ende. Überlegt euch, was euch die richtigen Leute wert sind und setzt auf fachlich qualifizierte und engagierte Mitarbeier:innen. Aber dabei muss das Startup-Feeling nicht verloren gehen. Natürlich sollten Bewerber:innen auch persönlich ins Team passen, das schließt sich gegenseitig nicht aus.


4. Personal ist eingestellt…dann können wir ja loslegen!

HALT! Noch nicht ganz…! Nach der Einstellung müssen neue Mitarbeiter:innen erst noch an verschiedenen Stellen angemeldet werden. Der richtige Arbeitsvertrag spielt dabei auch eine Rolle, sowie steuerrechtliche Aspekte. Lohn muss berechnet und ausgezahlt werden, Gehaltsabrechnungen erstellt und die Lohnbuchhaltung geführt werden. Du blickst da nicht so ganz durch? Kein Problem, dafür gibt es Profis. Überlege dir, ob du deine Lohnbuchhaltung an eine externe Lohnbuchhaltung oder eine Steuerberatung abgibst. So bist du diese nervigen Aufgaben schon mal los und hast bei steuerrechtlichen Fragen auch immer einen kompetenten Ansprechpartner.


5. Was tun, wenn’s kriselt?

Es kracht im Team, jemand macht seinen Job nicht wie erwartet oder möchte aus dem Team aussteigen? Auch hier ist wieder HR gefragt. Konfliktmanagement ist ein unglaublich wichtiger Teil der Personalarbeit und kann im besten Fall sogar mit präventiven Maßnahmen Konflikten vorbeugen. Wenn es dann doch mal kracht und es nicht zu einer Einigung kommt, ist eine gute Trennungskultur von Vorteil. Denn jede Mitarbeiter:in, die im Streit geht, kann einen negativen Impact auf das Unternehmen haben. Und was, wenn man jemandem kündigen muss, mit dem man sich persönlich doch so gut versteht oder der sogar der Schwager der Entwicklerin ist? Hier sind wir wieder bei Punkt 2: Wähle Mitarbeiter:innen mit Bedacht und nach objektiven Kriterien!


Ich denke, die Frage, ob ein Startup überhaupt HR braucht, konnten wir ziemlich deutlich mit JA!!! NATÜRLICH!!! beantworten. Personalmanagement ist gerade für ein Unternehmen, das noch im Wachstum ist und sich bestmöglich entwickeln möchte, von sehr großer Bedeutung. Die Aufgaben sind dabei genau so vielfältig, wie die Effekte. Und strategisch gut durchdachtes HR Management kann einen starken Unterschied machen. Vielleicht sogar den Unterschied zwischen Scheitern und dem nächsten Facebook.

Du hast noch Fragen zu diesem Thema oder Interesse an unserem Startup HR Strategy Workshop? Dann nimm doch Kontakt zu uns auf und wir unterstützen dich dabei, deine persönliche HR Strategie zu entwickeln und das Beste aus deinem Startup zu holen!

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12 April 2021 Allgemein Ronja Kotzyba