Der hppyppl (HR) Jahresrückblick 2020


2020 – Was für ein Jahr! Turbulent, herausfordernd und einschneidend. Nicht nur unser Privatleben wurde auf den Kopf gestellt, auch die Arbeitswelt wurde von heute auf morgen völlig umgekrempelt. In diesem besonderen Jahresrückblick schauen wir uns die Herausforderungen und Potentiale des vergangenen Jahres an und welchen Einfluss sie auf die Trends 2021 haben werden.

Ab ins Home Office


Um eins kommt man in diesem Jahr einfach nicht drumherum: das Thema „Corona“. Viele Unternehmen waren im ersten Lockdown von heute auf morgen vor die Herausforderung gestellt, das Remote Arbeiten aus dem Home Office zu ermöglichen. Zum Teil wurde komplett auf Remote umgestellt, zum Teil wurden hybride Arbeitsmodelle entwickelt, also Modelle, die einen Wechsel zwischen Home Office und Präsenz im Büro ermöglichten. Aber nicht allen Unternehmen war diese Umstellung so schnell möglich – weil die technischen Voraussetzungen nicht gegeben waren oder weil Mitarbeitende erst einmal in digitale Arbeitsweisen eingearbeitet werden mussten. Auch die WLAN-Verbindung zuhause und die Möglichkeit, in ein Heim-Büro auszuweichen, machten dabei einen enormen Unterschied.

„Könnt ihr mich hören?“

so ziemlich jeder in Videokonferenzen, 2020


Arbeiten mit Kind und Kegel


Beide Modelle, das Arbeiten in Präsenz und aus dem Home Office, haben ihre Vor- und Nachteile und wirken sich dabei auch auf Arbeitszufriedenheit, Arbeitsbelastung und Produktivität aus. Wer die Arbeit von zuhause und die Betreuung von (Klein-) Kindern unter einen Hut bringen musste oder auch immer noch muss, ist einer erheblichen Doppelbelastung ausgesetzt. Und die Zerrissenheit, sowohl dem Job als auch den Kindern gerecht zu werden, kann ganz schön frustrierend sein. Eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die fehlende räumliche Trennung von Arbeit und Privatleben zwar einerseits zu einer Abnahme der Produktivität führen kann, gerade bei Eltern, die vom Wegfall der Kinderbetreuung betroffen sind. Auf der anderen Seite berichten Rund 10% der Erwerbstätigen, dass sie im Home Office produktiver seien. Die Zeitersparnis durch das Wegfallen von Pendelzeiten und eine höhere Arbeitskonzentration im häuslichen Umfeld können dazu beitragen. Möglich ist auch, dass Mitarbeitende durch einen hohen Arbeitseinsatz im Home Office zeigen möchten, dass die Führung ihnen vertrauen kann. Und dann ist da natürlich noch das Thema mit dem richtigen Outfit in der Videokonferenz: Schlabberlook oder doch morgens zurecht machen? Unser Pro-Tipp dazu bleibt auch für 2021: Vergesst die Hose nicht!


In diesem Jahr wurde außerdem insgesamt weniger Urlaub genommen. Das lag größtenteils wohl daran, dass geplante Reisen aufgrund der Pandemie storniert werden mussten und viele Arbeitnehmer damit auch ihren Urlaub nicht in Anspruch nehmen wollten. Zwar erscheint ein Urlaub zuhause momentan vielleicht ein bisschen langweilig, soziale Kontakte sind nur eingeschränkt möglich und Freizeitangebote fallen größtenteils weg, doch eine Pause von der Arbeit ist dennoch wichtig und mit etwas Kreativität ist auch Erholung in den eigenen vier Wänden möglich.

Social Distancing


Vielen Arbeitnehmern fehlen auch die sozialen Kontakte am Abeitsplatz – kurze Gespräche mit den Kollegen auf dem Flur, der mitgebrachte Kuchen in der Küche oder ein gemeinsames Feierabend-Bier. Häufig wird unterschätzt, welchen Einfluss dieser Austausch auf die psychische Gesundheit haben kann. Geteiltes Leid ist halbes Leid – das gilt auch am Arbeitsplatz. Bei den Kollegen kann man auch schon mal so richtig Dampf ablassen und bekommt im besten Fall Unterstützung, praktische oder einfach nur emotionale. Und das kann eine schwierige Situation schon sehr erleichtern.



Neue Arbeitsweisen – neue Führungsstile


Auch die Führung wurde dieses Jahr durch die Pandemie stark beeinflusst. Die Leitung von Mitarbeitenden, die sich nicht in „greifbarer“ Nähe befinden, fordert eine Veränderung des Führungsstils und eine schnelle Anpassung an völlig neue Umstände. Von der Führung wurde in diesem Jahr ein hohes Maß an Empathie gefordert, denn die individuellen Herausforderungen, Schwierigkeiten oder Probleme der Mitarbeitenden mussten aufgefangen und gemanaged werden. Außerdem wird den Mitarbeitenden im Home Office in der Regel mehr Verantwortung übertragen und häufig auch mehr Entscheidungsfreiheit gelassen, denn zuhause kann nicht jede Entscheidung mal eben mit Kollegen oder Vorgesetzten besprochen werden, so wie es im Büro in Präsenz möglich wäre. Generell findet digital häufig weniger Kommunikation mit den Führungskräften statt, gleichzeitig erwarten diese aber auch oft eine bessere Erreichbarkeit der Mitarbeitenden. Vor allem muss die Führung aber eine große Menge Vertrauen in ihre Mitarbeitenden haben.


Und was haben wir bei hppyppl aus diesem Jahr mitgenommen?

Wir haben viele neue Kollaborationstools ausprobiert, uns mit den unterschiedlichsten Videokonferenz-Plattformen auseinandergesetzt, wir haben Workshops so umkonzipiert, dass sie remote stattfinden können und trotzdem interaktiv und kollaborativ bleiben und wir haben uns von der VUCA-Welt verabschiedet und die MIGGS-Welt ins Leben gerufen.



VUCA vs. MIGGS


Denn wir haben uns gedacht, dass insbesondere dieses Jahr gezeigt hat, dass unsere Welt nicht mehr nur aus Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit besteht. Unsere Arbeitswelt wird viel mehr geprägt von Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaftlichkeit. Sie ist unergründlich und, wie uns die Pandemie gezeigt hat, wahnsinnig schnellebig. Du möchtest mehr über MIGGS erfahren? Hier geht es zu unserem MIGGS-Blogbeitrag.


Unser Ausblick auf 2021: Digital, Distanziert und Klimafreundlich

Leider nehmen wir die Corona-Pandemie mit ins neue Jahr. Mit ihr kommen aber auch eine Reihe spannender Möglichkeiten. Die Digitalisierung schreitet (wenn auch nicht überall in Deutschland besonders schnell) voran. Virtual Reality gewinnt zunehmend auch im Arbeitskontext an Bedeutung und es wird bereits an der Möglichkeit gearbeitet, VR Brillen für virtuelle Meetings zu nutzen, um das persönliche Zusammentreffen an einem Konferenztisch so realitätsnah wie möglich zu simulieren.

Die große Frage, die die Arbeit aus dem Home Office mit sich bringt, ist: Werden wir in Zukunft überhaupt noch in diesem Maße Büros brauchen? Und was machen wir mit den finanziellen Ressourcen, die entstehen, wenn an Räumlichkeiten gespart werden kann? Was passiert, wenn wir stattdessen stärker in die Entwicklung und Weiterbildung von Mitarbeitenden investieren?

Und auch unser Klima kann von der Pandemie profitieren. Geschäftsreisen werden zurzeit, wo möglich, weitestgehend durch digitale Kommunikation ersetzt und vielleicht wird diese Lösung ja auch in Zukunft an der ein oder anderen Stelle beibehalten. Wir alle müssen uns überlegen, wie wir unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten können. An dieser Stelle sind auch die Unternehmen gefragt. Welche Veränderungen sind im Betrieb möglich, um einen Beitrag zur Klimarettung zu leisten? Angefangen bei der Einsparung von Papier und dem Umstieg auf digitale Lösungen bis hin zum Dienst-Fahrrad statt dem Dienstwagen.

Das alte Jahr hat eine ganze Menge mit uns gemacht. Es hat uns herausgefordert, frustriert, entschleunigt, getrennt und auf andere Weise wieder zusammen gebracht. Und es hat uns gezeigt, dass absolut nichts selbstverständlich ist, nicht einmal die Umarmung eines engen Familienmitglieds.

Wir sind gespannt und freuen uns auf 2021, auf die Veränderungen und Möglichkeiten, die es mit sich bringt und wünschen allen einen glücklichen und gesunden Start ins neue Jahr!

HPPY NW YR!



31 Dezember 2020 Allgemein Ronja Kotzyba